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#28 – Die Geschichte des Films “Und freitags in die Grüne Hölle”

In der Saison 1987-88 begleitet der Regisseur Ernst Cantzler den Union-Fanclub "BSV Prenzlauer Berg" und zeigt auch Szenen und Aussagen, die Konfrontation mit dem Staat enthalten.

Den Film “Und freitags in die Grüne Hölle” kann man auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung anschauen.

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Die Musik wurde von David erstellt und die Logos von Steffi entworfen. Der Podcast beruht auf dem Konzept des famosen Geschichts-Podcasts Zeitsprung von Daniel Meßner und Richard Hemmer. Danke für alles!

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Daniel arbeitet als Journalist für die Lausitzer Rundschau und schreibt und podcastet bei Textilvergehen über Union.

3 Kommentare zu “#28 – Die Geschichte des Films “Und freitags in die Grüne Hölle”

  1. Theo Körner sagt in dem Film genau das, was ein rhetorisch geschulter FDJ-Funktionär sagen musste. Getraut hat ihm niemand, denn dahinter stand die SED-Bezirksleitung (Auftraggeber des MfS).
    Es gab sogar einen offiziellen Fanclub bei Union, weil die SED krampfhaft versuchte, ihren Kontrollverlust zu kompensieren – nicht staatlich organisierte Vereinigungen wurden nur beim Fussball geduldet (weil es nicht kontrollierbar und eher informell war) und unter dem Dach der Kirche.

    In Leipzig hätten wir übrigens den Heimblock gehalten, wenn ein Teil der Unioner, die die Lokfans stürmen wollten, nicht von den Grünen aufgehalten worden wären.
    Der Verletzte ist die Treppen hinuntergestürzt – mehr als Ohrfeigen oder einem blauen Auge ist sonst nie passiert. Wie Andreas auch im Zug bestätigte.
    Das war die einzige Möglichkeit der staatlichen Gewalt eine Zivile entgegenzusetzen, gegen die die Diktatur mehr oder weniger machtlos war. Die Polizei hat natürlich niemand angegriffen, denn damals wäre man dafür mindestens für 3 oder 4 Jahre im Gefängnis gelandet.

    Die White-Power-Fahne hat niemanden wirklich interessiert – was gegen die Rote Diktatur war, war im Rahmen des Möglichen. Eine DDR-Fahne oder Hammer und Sichel wären am Zaun nicht geduldet worden.
    Das darf man alles nicht aus der heutigen Perspektive beurteilen.

  2. Alle antisemitischen und rassistischen Fangesänge sind in der Endfassung nicht rausgeschnitten wurden (siehe Minute 26:01, wo man deutlich „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“ hört). Echt unglaublich wie in einem selbsterklärten „antifaschistischen“ Staat Nazis und Nazisprüche offenbar Normalität waren. Die angesprochene White-Power-Fahne kann man in Verbindung mit Hitlergrüßen übrigens auch hier sehen:
    https://www.welt.de/geschichte/article157749931/In-der-DDR-gab-es-Neonazis-Sie-lynchten-Gastarbeiter.html

  3. Um die DDR zu verstehen, muss man wissen, dass die SED politisch alles nur binär sah:
    Auf unserer Linie oder nicht. Letztere waren die Gegner und der SED war es egal, wie diese aussahen.
    Entscheidend war, ob diese störten und je größer die Störung (Öffentlichkeit), desto härter das Durchgreifen.
    So eine Fahne wurde einfach nicht wahrgenommen – bei einem Hakenkreuz hätte es schon anders ausgesehen.

    Das waren keine Nazis, sondern einfach jugendliche Provokateure, die von Politik keine Ahnung hatten – woher auch in
    einem Staat, in dem alle alternativen politischen Konzepte unterdrückt, Literatur dazu zensiert wurde und die politische Bildung reine Indoktrination war.

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